Wasserschutzgebiet Punta Campanella

Am 12 Dez. 1977, erklärte das Umweltministerium das Küstengebiet um Punta Campanella als Wasserschutzgebiet im Rahmen des Gesetzes Nr. 394 v. 6.12.91. Mit dieser wichtigen Entscheidung wurde die naturalistische, landschaftliche und historische Bedeutung dieses Region anerkannt und unter Schutz gestellt, auch in Hinsicht auf tradizionelle wirtschaftliche Aktivitäten. Das geschützte Meeresgebiet umfasst den Küstenstreifen der Gemeinden Massa Lubrense, Piano di Sorrento, Positano, Sant’Agnello, Sorrent und Vico Equense. Zu den wichtigsten Aufgaben dieser Einrichtung gehört der Schutz und die Aufwertung der biologischen und geomorphologischen Reichtümer dieser Gebiete, die Verbreitung des Wissens um Meeres-und Küstenforschung sowie die Förderung einer sozialökonomischen Entwicklung die mit der naturalistisch-landschaftlichen Bestimmung des Gebietes vereinbar ist.

Um die festgesetzten Ziele verfolgen zu können wurde das Gebiet in drei Zonen unterteilt:

A: Vollreservat

B: Allgemeinreservat

C: Teilreservat

Die Zoneneinteilung moduliert in elastischer und funktioneller Weise verbotene und erlaubte Aktivitäten. So ist zum Beispiel in der Zone A, die die Felsen Vervece und Vetara einschliessen, das Bootfahren, Schwimmen und Fischen verboten.

In der Zone B sind der professionelle Fischfang und der Zugang mit einem speziellen Motorboot zwecks geführter Besichtigungen, nach vorheriger Genehmigung der Betreibergesellschaft, gestattet. Verboten ist das Ankern und die Unterwasserfischerei.

In der Zone C schliesslich ist den Motorbooten der Zugang zu den eigens dafür angelegten Ankerplätzen gestattet, jedoch nur mit gedrosselter Geschwindigkeit. Das freie Ankern ist untersagt. Es kann ausserdem der Berufsfischfang, das Baden und das Tauchen zugelassen werden, wenn es mit dem Schutz des Meeresbodens vereinbar ist.

 

Meeresfauna und -flora

Küste, Meer, und Meeresgrund des aktuellenaturschutzgebietes BN    Naturschutzgebietes boten bis vor ein paar Jahrzehnten eine eindrucksvolles, nur noch selten anzutreffendes Naturschauspiel.

Inzwischen haben die sich auf sandigen und bröckeligen Meeresböden angesiedelten Meerespflanzenkolonien (Posidonia oceanica), die in einer Tiefe von 30 - 35 Metern anzutreffen sind, erheblich reduziert. Sie bilden den Lebensraum einer grossen Anzahl von Mikroorganismen, angefangen bei den mikroskopisch kleinen Gastrotrichen (Nudibranchi wirbelose Weichtiere) bis zum charakteristischen Seepferdchen. Diese Biotope sind äusserst stark gefährdet. Zu den drohenden Gefahren gehört das Ankerwerfen aller schwimmenden Objekte.

In den dieHalbinsel von Sorrent umgebenden Gewässern sind intakte Meerespflanzenkolonien nur noch fragmentarisch erhalten. An nur wenigen Plätzen existieren diese Kolonien noch. Dazu gehören die Felseninseln Vetara und Vervece, die gerade noch zur rechten Zeit unter Naturschutz gestellt wurden.

Hier findet man noch die grosse Vielfalt der charakteristischen Flora und Fauna: Felswände aus Kalkstein gelb gefärbt durch die Meeresmargherite (Parazoanthusaxinelle), ausgedehnte Algenfelder und die eleganten Spirographis spallanzani. In grossen Tiefen findet man wahre Wälder der weissen, gelben und roten Gorgonie (Eunicella singolaris, - cavolinii u. Paramuricea clavata) Zahlreiche Meerestierarten wie Geissbrassen, Tintenfische, Zackenbarsch Meerjunker und Drachenkopf und viele andere bereichern hier die Meeresfauna.

Am Fuss der Steilhänge, in den Schluchten und den Eingängen der Meeresgrotten, dort wo wenig Licht eindringt und die Meeresströmung nicht zu dominant ist, kann man noch mit etwas Glück den eleganten und zarten Krebs Parapandali (Plesionika narval) und den Alicia Mirabilis, ein wirbelloses Tier, ähnlich der Attinia, mit brennenden nesselartigen Tentakeln antreffen.

In den geschützten Gewässern von Punta Campanella findet man noch die hier inzwischen selten gewordene Meeresdattel. Dieses mit einer zweiseitigen Schale ausgestattete Weichtier lebt in Kalksteinwänden unter der Wasseroberfläche bis in 15 Metern Tiefe. Als Jungtier gräbt sie sich eine Nische, in denen sie lebenslang verbleibt. Um eine Grösse von 5cm zu erreichen, benötigt sie 15-20 Jahre. Ihre Schwarzfischerei ist einer der Gründe für die ökologische Katastrophe, weil dabei die darüberliegende Pflanzenschicht der Felsen zerstört wird.

Diese unbesonnenen Handlungen führten zu Veränderungen und in vielen Fällen zum völligen Verschwinden von ganzen Ëkosystemen des Meeres, die auf den Felsen angesiedelt waren.


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