Um die festgesetzten Ziele verfolgen zu können wurde das Gebiet in drei Zonen unterteilt:
A:
Vollreservat
B:
Allgemeinreservat
C:
Teilreservat
Die
Zoneneinteilung moduliert in elastischer und funktioneller Weise verbotene und
erlaubte Aktivitäten. So ist zum Beispiel in der Zone A, die die Felsen Vervece
und Vetara einschliessen, das Bootfahren, Schwimmen und Fischen verboten.
In
der Zone B sind der professionelle Fischfang und der Zugang mit einem speziellen
Motorboot zwecks geführter Besichtigungen, nach vorheriger Genehmigung der
Betreibergesellschaft, gestattet. Verboten ist das Ankern und die
Unterwasserfischerei.
In
der Zone C schliesslich ist den Motorbooten der Zugang zu den eigens dafür
angelegten Ankerplätzen gestattet, jedoch nur mit gedrosselter Geschwindigkeit.
Das freie Ankern ist untersagt. Es kann ausserdem der Berufsfischfang, das Baden
und das Tauchen zugelassen werden, wenn es mit dem Schutz des Meeresbodens
vereinbar ist.
Küste,
Meer, und Meeresgrund des aktuellenaturschutzgebietes
BN Naturschutzgebietes boten bis vor ein paar
Jahrzehnten eine eindrucksvolles, nur noch selten anzutreffendes Naturschauspiel.
Inzwischen
haben die sich auf sandigen und bröckeligen Meeresböden angesiedelten
Meerespflanzenkolonien (Posidonia
oceanica), die in einer Tiefe von 30 - 35 Metern anzutreffen sind, erheblich
reduziert. Sie bilden den Lebensraum einer grossen Anzahl von Mikroorganismen,
angefangen bei den mikroskopisch kleinen Gastrotrichen (Nudibranchi
wirbelose Weichtiere) bis zum charakteristischen Seepferdchen. Diese Biotope
sind äusserst stark gefährdet. Zu den drohenden Gefahren gehört das
Ankerwerfen aller schwimmenden Objekte.
In den
dieHalbinsel von Sorrent umgebenden Gewässern sind intakte
Meerespflanzenkolonien nur noch fragmentarisch erhalten. An nur wenigen Plätzen
existieren diese Kolonien noch. Dazu gehören die Felseninseln Vetara und
Vervece, die gerade noch zur rechten Zeit unter Naturschutz gestellt wurden.
Hier
findet man noch die grosse Vielfalt der charakteristischen Flora und Fauna:
Felswände aus Kalkstein gelb gefärbt durch die Meeresmargherite (Parazoanthusaxinelle),
ausgedehnte Algenfelder und die eleganten
Spirographis
spallanzani. In grossen Tiefen findet man wahre Wälder der weissen, gelben
und roten Gorgonie (Eunicella
singolaris, -
cavolinii
u.
Paramuricea
clavata) Zahlreiche Meerestierarten wie Geissbrassen, Tintenfische,
Zackenbarsch Meerjunker und Drachenkopf und viele andere bereichern hier die
Meeresfauna.
Am
Fuss der Steilhänge, in den Schluchten und den Eingängen der Meeresgrotten,
dort wo wenig Licht eindringt und die Meeresströmung nicht zu dominant ist,
kann man noch mit etwas Glück den eleganten und zarten Krebs Parapandali (Plesionika
narval) und den
Alicia
Mirabilis, ein wirbelloses Tier, ähnlich der Attinia, mit brennenden
nesselartigen Tentakeln antreffen.
In den geschützten Gewässern von Punta Campanella findet man noch die hier inzwischen selten gewordene Meeresdattel. Dieses mit einer zweiseitigen Schale ausgestattete Weichtier lebt in Kalksteinwänden unter der Wasseroberfläche bis in 15 Metern Tiefe. Als Jungtier gräbt sie sich eine Nische, in denen sie lebenslang verbleibt. Um eine Grösse von 5cm zu erreichen, benötigt sie 15-20 Jahre. Ihre Schwarzfischerei ist einer der Gründe für die ökologische Katastrophe, weil dabei die darüberliegende Pflanzenschicht der Felsen zerstört wird.
Diese unbesonnenen Handlungen führten zu Veränderungen und in vielen Fällen zum völligen Verschwinden von ganzen Ëkosystemen des Meeres, die auf den Felsen angesiedelt waren.
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